Wendepunkt

Nach Dudley Weeks (Kernkompetenz für Mediation und Konfliktmanagement) tritt der Wendepunkt im Mediationsprozess ein, sobald das shared need gefunden ist. Was ist ein shared need? Shared need bedeutet übersetzt: gemeinsames Bedürfnis.

In der Regel ist das, was Menschen im Leben oder im Beruf zusammenkommen lässt, immer ein shared need. Ob es zum Beispiel um die Gründung einer Familie geht, oder ob es um den Aufbau einer Geschäftsexistenz geht, was die Menschen zusammenführt, ist die Erwartung der Erfüllung eines gemeinsamen Bedürfnisses.

Nach Gerald Hüther (Du gehst mir auf die Nerven) gibt es in jedem Menschen nur zwei grundlegende Bedürfnisse, aus denen sich alle anderen Bedürfnisse ableiten. Das sind: Verbindung und Wachstum, – eben jene beiden Bedürfnisse, die das Kind im Muttterleib erfahren und als Gehirnstruktur ausgebildet hat.

Menschen erfüllen sich ihre Bedürfnisse durch unterschiedliche Strategien. Mit anderen Worten: Menschen unterscheiden sich nicht in ihren Bedürfnissen, sie unterscheiden sich aber in ihren Strategien der Bedürfniserfüllung. Es geht also zunächst darum, die Strategien von den Bedürfnissen zu unterscheiden, um dann zu jenem gemeinsamen Bedürfnis zurückzufinden, mit dem alles begann (vgl. Dialogmodell, Band 2).

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Im Wendepunkt geschieht folgendes: Die Medianden anerkennen nicht nur die gegenseitigen Bedürfnisse, sondern sie sind auch bereit sind, sich gegenseitig in der Erfüllung der Bedürfnisse zu unterstützen. Denn, – und das liegt in der menschlichen Natur begründet -, über Strategien kann verhandelt werden, über Bedürfnisse dagegen nicht.

 

• Mustermanagement

 

 

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