24 Dez

Wahlfreiheit

Die Neutralität des Coachs und Mediators – Qualität versus Quantität in Coaching und Mediation

Wir können nach Wittgenstein nur dann wissen, was ein Wort bedeutet, wenn wir sehen, wie die Teilnehmer eines Gesprächs es verwenden, denn die Bedeutung der Wörter wird durch den Gebrauch der Teilnehmer innerhalb eines spezifischen Kontextes festgelegt. Mit anderen Worten: Die Bedeutung eines Wortes kann (muss) verhandelt werden. Und genau das soll hier geschehen: Der Anspruch dieses Textes ist es, den Begriff der Neutralität neu zu verhandeln.

Neutralität und Kontext
Neutralität wird üblicherweise als eine äußere Haltung definiert, die mit den Worten der Allparteilichkeit umschrieben ist. An anderer Stelle (http://www.lexexakt.de/glossar/allparteilichkeit.php) heißt es weiterführend: Ein Coach / MediatorIn muss alle Beteiligten gleich behandeln und er darf keine einseitigen Sympathien erkennen lassen.

Mit Letzterem (er darf keine einseitigen Sympathien erkennen lassen) stoßen wir auf den Kern dieses Artikels: Wie schafft es der Coach / MediatorIn, einseitige Sympathien, – sprich subjektive Wertvorstellungen, denn daraus resultieren ja die einseitigen Sympathien -, nicht nur im Prozessverlauf nicht erkennen zu lassen. Sondern wie schafft er es, diese im Prozessverlauf schon gar nicht erst zu haben?

Qualität versus Quantität
Begonnen wird mit der Definition von Qualität versus Quantität: Qualität bedeutet Beschaffenheit, Eigenschaft, Wert etc. Qualität ist eine Grundkategorie bei Aristoteles. In der von ihm ausgehenden Denktradition sind die Qualitäten einer Sache die Eigenschaften, die dieser notwendiger Weise zukommen, die ihr (inneres) Wesen ausmachen.

Quantität demgegenüber ist die mess- oder zählbare Größe, Zahl, Menge etc. Die Naturwissenschaft beschäftigt sich vorrangig mit Quantitäten, mit der Erkenntnis quantitativer Unterschiede und Veränderungen.

Im dialektischen Denken bedeutet Qualität darüber hinaus „etwas Neues“, oft „Höheres“ – auf dem Vorherigen beruhend aber dennoch anders. Dass quantitative Veränderungen in qualitative umschlagen können, ist eine Erkenntnis Hegels. Dieser Umschlag ist es, der Entwicklung überhaupt erst einen Wert verleiht. Anders ausgedrückt: Quantität, die nicht in Qualität „gipfelt“, hat keinen intrinsischen (innewohnenden) Wert entwickelt. Damit sind zwei Merkmale beschrieben, die Qualität ausmachen:

1. Veränderung von Quantität in Qualität (Umschlag)
2. Mit der Folge eines „höheren“ (innewohnenden) Wertes

Subjektivität und Objektivität
Die Begriffe Coaching und (systemische) Mediation werden an folgenden (äußeren) Eigenschaften gemessen (siehe: http://www.coaching-report.de/definition-coaching.html):

Interaktion und Personzentrierung, Prozessberatung, Lösungs- und Zielorientierung, Beziehung, Hilfe zur Selbsthilfe, Transparente Methoden, Konzept, Zeitliche Begrenzung, Zielgruppe, Qualifikation des Coachs, Zielsetzung, Psychologischer Vertrag und Neutralität des Coachs.

Zur Neutralität heißt es im oben zitierten Coaching-Report: „Der Coach drängt dem Klienten nicht seine eigenen Ideen und Meinungen auf, sondern sollte stets eine unabhängige Position einnehmen.“ Die Fragen, die sich hierauf anschließen, sind folgende:

Wann ist eine Position (objektiv) unabhängig?
Wie und wodurch kann der Coach / MediatorIn (subjektiv) frei werden von eigenen Wertvorstellungen?

Oder anders herum gefragt:

Wann, wie und wodurch schlägt die Neutralität als Quantität in die Neutralität als Qualitätsmerkmal mit der Folge des höheren intrinsischen Wertes um?

Überwindung von Subjektivität
Nach U. G. Krishnamurti (indischer Philosoph 1918-2007) ist es das Kennzeichen der höchsten Intelligenz, zu beobachten ohne zu bewerten. Dazu eine kleine Anekdote: Die Teilnehmer einer Ausbildung zum Schulmediator hatten sich in Paaren zu gruppieren, um dann, während eines Rundganges im Park, ihrem Partner bewertungsfrei zu beschreiben, was sie im Park sahen. Eine Teilnehmerin sah wunderschön duftende Blumen und entdeckte fröhlich bunte Schmetterlinge, die in der Luft tanzten und von hier nach da flatterten. Auf Beobachtung ohne Bewertungsinhalte reduziert: Sie sah Blumen und Schmetterlinge, die von hier nach da flogen. Im ersten Satz schwingt die (Beobachter-)Freude mit, im zweiten Satz nicht.

Was dies aussagen soll: So wenig wie Menschen nicht nicht-kommunizieren können, so wenig können sie nicht nicht-bewerten; denn daraus ist das gemacht, was den Menschen lebendig, sprich individuell, d.h. eigen-Sinnig und eigen-Willig macht.

Das Dialogmodell
Wenn der Mensch also nicht nicht-bewerten kann, was kann dann der Coach / MediatorIn tun, um die äußere quantitative Neutralität in eine höhere, mit dem inneren Qualitätswert frei sein von Wertvorstellungen (versus Wertvorstellungen nicht erkennen lassen) bereicherte Neutralität umschlagen zu lassen?

Die Antwort ist im Dialogmodell zu finden. Das Dialogmodell behauptet, dass Evolution im Sinne einer inneren Qualitäts(er)findung nur stattfinden kann, wenn sich Gegensatzpole alternierend gebend austauschen. Ein Fall aus der Praxis macht das deutlich:

Herr A und Herr B sind dicke Freunde aus der Studienzeit. Beide haben ein helles Köpfchen und sind ihrer Zeit im Denken weit voraus. Sie brechen das Studium ab, um ihr eigenes Ding zu drehen, sie gründen eine Firma. Alles läuft prima. Bis eines Tages – es sind mittlerweile 10 Jahre verstrichen – Herr A auf den Gedanken kommt, zu heiraten und sein Studium wieder aufzunehmen. „Ich will die Firma verlassen“, schreit Herr A. „Du musst in der Firma bleiben“, schreit Herr B. „Ich will meine Freiheit“, schreit Herr A. „Ich kann die Firma nicht ohne dich fortführen“, schreit Herr B. Mit diesem Geschrei kommen A oder B, oder vielleicht auch beide zu Ihnen in die Beratung…

Nach Professor Glasl ist die Polarisation in einem Konfliktfeld der Anfang vom Ende der Beziehung, während das Dialogmodell darin den Beginn der (Er)Findung einer Co-Existenz sieht; denn wenn zwei (A und B) sich zu eins vermischen (die Firma), dann muss sich das Vermischte aus Gründen der Selbsterhaltung (durch Selbstbehauptung) früher oder später polarisieren (A gegen B).

Zum Beispiel die “Farbe” Weiß und Schwarz: In sämtlichen Grautönen sind Weiß- und Schwarzanteile in unterschiedlichen Mischverhältnissen enthalten. Man könnte sagen, in sämtlichen Grautönen sind die Schwarz- und Weißanteile zu einem Miteinander verbunden. Das nun hat den Nachteil, dass sich Weiß und Schwarz als individuelle „Farbe“ verlieren (müssen), denn im Grau sind Schwarz und Weiß also solche, d.h. in ihrer Individualität nicht mehr (sichtbar, d.h. unterscheidbar) vorhanden. Das nun führt aus Gründen der Selbsterhaltung, – wie sie jedem lebenden System zu eigen ist -, dazu, dass sich Weiß und Schwarz voneinander trennen (müssen), um sich erneut als individuelle „Farbe“ zu behaupten, was natürlich wiederum dazu führt, dass der Grauton (das Miteinander) „sterben“ muss.

Dieser soeben dargestellte Prozess ist das Muster des Selbstorganisationsprozesses sozialer Systeme, das Maturana (Der Baum der Erkenntnis) mit dem Wort der Autopoiese umschrieben hat, d.h. sich selbst erhaltende Systeme produzieren nicht nur ihre eigenen, inneren Strukturen, sondern sie produzieren auch die Elemente, aus denen die Strukturen gebildet werden. Im Klartext gesprochen: Wenn zwei Menschen zusammenkommen, – ob sie nun eine Firma gründen oder “nur” eine Ehe eingehen -, wann immer und wo immer eine Vermischung stattgefunden hat, werden sich diese zwei Menschen früher oder später in Gegensatzpositionen polarisieren (müssen). Das heißt: Aus dem ursprünglichen Miteinander wird aus Gründen der Selbstbehauptung früher oder später ein Gegeneinander werden müssen.

Und jetzt kommt es darauf an: Ob nämlich der (Dialog)Prozess, der just im Moment der Polarisation begonnen hat, und der zum Zwecke hat, ein Raumfeld zu (er)finden, in dem beide Gegensätze in Co-Existenz überleben können, zu Ende geführt wird oder nicht. Das Physikergenie Walter Russel (1871-1963) sagt: „Das gesamte Prinzip der Schöpfung liegt im ausgewogenen Geben… Das Geben zwischen den sich austauschenden polaren Hälften …“ (a.a.O.).

Geben und Haben
Was der Mensch nicht hat, kann er nicht geben. In Bezug auf innere Qualitäten setzt Geben das verinnerlicht-Haben voraus, denn Qualitäten, die der Mensch nicht verinnerlicht hat, kann er auch nicht als Qualität (dazu) geben. Das Geben verlangt also inzident das (verinnerlicht)Haben.

Und wie nun, – ganz konkret -, läuft ein Verinnerlichungsprozess ab? Durch das, was Max Schupbach im Rahmen seinen Konfliktlösungsansatzesvon von Worldwork die Superposition nennt. Die Superposition ist eine Lösung 2. Ordnung, die sich daraus ergibt, dass das Gegensatzpaar im Prozessverlauf nicht etwa nur in einem Kompromiss endet, sondern dass sie eine Co-Existenz (er)finden, d.h. die Gegensätze überwinden das Gegeneinander, um sich als Nebeneinander einen gemeinsamen Raum zu teilen.

Auf das Beispiel von der „Farbe“ Weiß und Schwarz bezogen (s.o.) wäre die Superposition also nicht im Gau zu finden, – damit wäre der „alte“ Kompromiss nur neu etabliert -, sondern die Superposition wäre in folgender Gleichung zu (er)finden:

Weiß mit Schwarz + Schwarz mit Weiß x Weiß oder Schwarz + Schwarz oder Weiß

Anders ausgedrückt: Im Raum der Co-Existenz sind Schwarz und Weiß weder miteinander vermischt, noch sind sie voneinander abgespalten und mal zeigt sich das Eine im Vordergrund, während das andere im Hintergrund verschwindet und mal zeigt sich das Andere im Vordergrund, während das Eine im Hintergrund verschwindet. Wie auch immer, – das Eine und das Andere sind im Bewusstsein gleichzeitig präsent, wenn auch nicht gleichzeitig aktiv.

Superposition
Damit „beißt“ sich die Katze in den eigenen Schwanz: Um die Superposition zu erringen, braucht es zuerst ein Gegensatzpaar, das durch alternierendes Geben in den Prozess des Dialoges eintreten kann. Für den Verinnerlichungsprozess muss also das Pferd von hinten aufgezogen werden und, – wie es autopoietische Systeme sonst ganz von alleine tun (s.o.) -, es müssen sich zunächst einmal die Elemente des Prozesses, d.h. die Gegensatzpole (er)finden.

Numerologisch gesprochen: Ausgehend von 1. der gewünschten Superposition müssen sich zunächst 2. die Gegensatzpole (er)finden, um sodann 3. die Co-Existenz aus 1 + 1 + Raumfeld zu (er)finden.

Für den oben beschriebenen gewünschten Verinnerlichungsprozess des frei sein von subjektiven Wertvorstellungen wird also jetzt das Muster der Autopoiese lebender Systeme angewandt, um selbstwirksam den konkreten inneren Entwicklungsschritt zu vollziehen, d.h. dieses ganz konkrete innere Qualitätsmerkmal zu (er)finden.

Fokus und Flow
Worin nun hat die Superposition frei sein von subjektiven Wertvorstellungen (versus subjektive Wertvorstellungen nicht erkennen lassen) ihre beiden Gegensatzpole? Sie hat ihre beiden Gegensatzpole im Fokus und im Flow.

Im menschlichen Gehirn gibt es zwei sogenannte Fundamentalsysteme: a) das von unten nach oben arbeitende Trieb- oder Basissystems, – zuständig für die triebhaften, und überwiegend automatisch ablaufenden Verhaltensweisen; und b) das von oben nach unten wirkende Kontrollsystem im Stirnhirn, der Präfrontale Cortex (abgekürzt PFC), – zuständig für Konzentration, Arbeitsgedächtnis, Regeln erkennen, Flexibilität, soziale Intelligenz ( Joachim Bauer, Selbststeuerung).

Analog zu diesen beiden Dynamiken aus Buttom Up und Top Down haben wir den Flow und den Fokus. …Wenn Sie sich bitte jetzt eine Pyramide vorstellen. Unterhalb des Pyramidenbodens finden Sie den Raum der Möglichkeiten: Tausende und abertausende Punkte fließen frei im Raum und wann immer Sie den Blick auf einen Punkt lenken, verschwindet er Ihnen auch schon wieder aus den Augen und ein anderer Punkt zeigt sich Ihnen, und so weiter und so fort, bis Sie sich am Ende dem Fluss im Raum hingeben (müssen), weil aufgrund der Fließung eine Fixierung einfach nicht möglich ist… Sodann wenden Sie den Blick nach oben zur Spitze der Pyramide. Dort oberhalb des Pyramidendaches sehen Sie einen einzigen Punkt schweben, auf den Sie sich konzentrieren und den Sie nicht mehr aus den Augen lassen. Und je mehr Sie den Punkt festhalten, umso tiefer tauchen Sie in den Punkt ein, bis Sie zwischen sich und dem Punkt nicht mehr unterscheiden können… Und dann beginnen sie zwischen dem Flow und dem Fokus hin und her zu pendeln… Und wenn Sie zum Flow auspendeln, verlieren Sie den Fokus aus den Augen; und wenn Sie zum Fokus auspendeln, verlieren sie den Flow aus den Augen… Und dann – ohne dass Sie das beabsichtigt haben – werden die Pendelbewegungen kleiner und kleiner, bis Sie in der Lage sind beide Pole gleichzeitig in Ihrem Gewahrsein zu halten…

Wie bereits ausgeführt: Die Superposition aus Schwarz und Weiß ist nicht Grau, sie ist kein statischer Zustand. Sie ist vielmehr eine Fließbewegung im Pendelrhythmus zwischen zwei Gegensatzpolen; sie ist eine Gleichung aus Weiß mit Schwarz + Schwarz mit Weiß x Weiß oder Schwarz + Schwarz oder Weiß (s.o.). Aus der Trauma-Therapie ist die Wirkung bilateraler Stimulation ja bestens bekannt, – es heißt die Erfolgsquote liegt bei 80%. Peter A. Levine (Vom Trauma befreien) sagt dazu: Diese Fähigkeit, sich aus einem Zustand in das Gegenteil zu bewegen oder, wie er es auch nennt, zu pendeln, ist die beste Ressource überhaupt – und zugleich die Basis von wirklichem Selbstwertgefühl.

Das „und“ der Liebe
Um in die Superposition frei sein von subjektiven Wertvorstellungen (versus subjektive Wertvorstellungen nicht erkennen lassen) hinein pendeln zu können, braucht es also (a) zunächst einmal die Verinnerlichung der beiden Pole Flow und Fokus, wie sie oben am Beispiel der Pyramide dargestellt sind. Und es braucht (b) einen Raum, wo sich die beiden Gegensätze auch tatsächlich zum Zwecke des Dialoges d.h. gegenseitigen alternierenden Gebens begegnen dürfen. Denn Gegensätze ziehen sich bekanntlich nicht nur an, sie stoßen sich auch gegenseitig ab.

Auf die Dynamik von Buttom Up und Top Down bezogen, haben wir das limbische System, das ein sogenanntes „crossing“ der beiden gegensätzlichen Dynamiken erlaubt und sich im Felt Sense wiederspiegelt, wie er von Eugene Gendlin im seinem Buch Focusing beschrieben ist: Der Felt Sense beinhaltet sowohl eine Fließung des gesamten Erlebens, als auch die aufgrund einer Aufmerksamkeitsfokussierung gespeicherte (als positiv oder negativ bewertete) Erlebensselektion; er beinhaltet also beides: Flow und Fokus.

Auf Verinnerlichungsprozesse bezogen haben wir das, was C.G. Jung den Archetyp Das Selbst nennt. Das Selbst ist der Ort, wo innere (wie äußere) Gegensätze aufeinandertreffen dürfen: Nach Jung „bezeichnet das Selbst den Gesamtumfang aller psychischen Phänomene im Menschen. Es drückt die Einheit und Ganzheit der Gesamtpersönlichkeit aus… Es ist Grund und Ursprung der individuellen Persönlichkeit und umfasst diese in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ (Verena Kast, a.a.O.). Nach Richard Schwartz (a.a.O.) hat das Selbst äußere Erkennungsmerkmale, nämlich: Ruhe, Klarheit, Neugierde, Mitgefühl, Zuversicht, Mut, Kreativität, Verbundenheit, Freude, Humor, Versöhnlichkeit und Dankbarkeit; – was sich mit einer neuen Definition des Selbst von Jung deckt, nämlich die des „ewigen und universalen Menschen“. (Veronika Kast, a.a.O.)

Der Raum der Begegnung liegt also da, wo Anziehung und Abstoßung „überwunden“ ist; wo die „Farbe“ Weiß weiß sein (und bleiben) darf und Schwarz schwarz; wo es das sowohl-als-auch der Gegensätze gibt, – das „und“ der Liebe. Denn wie es der Sufi-Mystiker Rumi ausdrückte: Die Liebe ist die Kraft im Universum, die alles miteinander verbindet. So beobachtet ist die Nicht-Liebe die Kraft, die alles voneinander (ab)spaltet.

Zusammenfassend:

• Ausgehend von 1. der gewünschten Superposition, nämlich frei sein von subjektiven Wertvorstellungen (versus subjektive Wertvorstellungen nicht erkennen lassen)

• müssen wir 2. zuerst die Gegensatzpole (er)finden, nämlich Flow und Fokus,

• um sodann 3. im Raum-Feld, – dem „und“ der Liebe, sprich dem Selbst -, die Co-Existenz zu (er)finden.

Fazit
Der Dialog, wie er durch das „und“ der Liebe bedingt ist (s.o.), ist der Umschlag-Platz, wo sich Neutralität als das beweist, was sie in neutraler Form ist, nämlich:

Wahlfreiheit,
mit der Konsequenz, hin und her pendeln zu können.

Der Mensch, der einem Pol anhaftet, kann nicht pendeln. Mit anderen Worten: Er kann nicht in die Superposition gelangen. Die Anhaftungen an Flow und / oder Fokus müssen also überwunden werden.

Doch Menschen haben Neigungen, wobei die Zuneigung zum einen Pol immer zugleich auch von der Abneigung vom anderen Pol begleitet ist. Aus Neigungen werden Gewohnheiten. Aus Gewohnheiten werden Muster, – gehirnneurologisch auch Autobahn genannt.

Und Menschen arbeiten mit Selbsttäuschungen. „Wir alle arbeiten mit Selbsttäuschungen, und der Schleier der Verleugnung oder Verdrängung, der die Selbsttäuschung einhüllt, bringt auch psychische Gewinne…“ (Jeffrey K. Zeig, a.a.O.). Menschen machen sich etwas vor; sie bilden sich etwas ein; sie (er)finden Ausreden und Rechtfertigungen; sie nennen Begründungen… Sie haben Angst; sie meiden Unsicherheit und Verlust. Und das hin und her pendeln berührt den Verlust. Und das hin und her pendeln schafft Unsicherheit. „…Es ist oft nicht nötig, das zu durchschauen und zu ergründen, aber wenn es nötig ist, sollte man eher mit kluger List als wie eine Axt im Wald vorgehen…“ (Jeffrey K. Zeig, a.a.O.)

Literatur

Gendlin, Eugene T. (2012). Focusing. Reinbek: Rowohlt.

Glasl, Friedrich (2007). Selbsthilfe in Konflikten. Stuttgart: Freies Geistesleben.

Kast, Verena (2016). Die Dynamik der Symbole. Düsseldorf: Patmos.

Schwartz, Richard C. (2008). Das System der Inneren Familie. Norderstedt: Books on Demand.

Zeig, Jeffrey K. (2016). Einzelunterricht bei Erickson. Heidelberg: Carl-Auer.

Walter Russell (1947). Geheimnis des Lichtes, Genius Verlag.

Peter Levine (2014). Vom Trauma befreien, Kösel Verlag.

 

 

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